Gutachterkosten – doch der Versicherer blockt ab!

Ein Unfall passt nie ins Programm.  Ist der Fahrzeugschaden dann auch noch voraussichtlich höher als 1.000 Euro, darf der Geschädigte einen Gutachter auf Kosten des Schädigers auch dann noch beauftragen, wenn dessen Versicherer erklärt hat, für den Schaden aufzukommen. So ein Urteil des Landgerichts Stuttgart im Februar 2018 (5 S 240/17).

Eine Kraftfahrerin wurde nach einem Auffahrunfall unverschuldet zur Geschädigten, worauf man ihrem Ehemann durch den Sachbearbeiter des Kfz-Haftpflichtversicherers des Schädigers erklärte, dass man die Reparaturkosten übernehmen werde. Und dies, obwohl die Höhe des Schadens noch nicht exakt bestimmt worden war…

Kraftfahrt-Versicherung: Gewinn ist, was übrig bleibt…

Die Jahre 2014 bis 2016 sorgten für Gewinner und Verlierer

Woran immer es liegen mag, wohl an den Zulassungszahlen und am bisherigen Krfatfahrzeug-Bestand: in den Jahren 2014 und 2016 konnten die Axa und die Huk-Coburg Allgemeine ihren Marktanteil in der Kfz-Versicherung am deutlichsten erhöhen. Das meldet der „Branchenmonitor 2014-2016: Kraftfahrtversicherung“. Verlierer seien dagegen die Allianz, der HDI und die Generali.

Insgesamt seien die Kraftfahrzeug-Versicherer 2016 nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) in drei Folgejahren in der Gewinnzone gelandet.

Und nicht nur der Metzger weiß ja: Gewinn ist, was übrig bleibt

Unfallschaden und Weiternutzung bis zur Klage

Wer sein Auto als „verunfallten Neuwagen“ weiter nutzt bis der Neupreisersatz gesichert ist, den die gegnerische Versicherung zu leisten hat, der handelt rechtens und gefährdet seinen Anspruch nicht. So ein Urteil des OLG Stuttgart. Und für die Nutzungsdauer bis zum Ersatz des Neupreises ist nach dieser Entscheidung vom Dezember 2017 muss sich der Geschädigte auch keine Nutzungsentschädigung anrechnen lassen (AZ: 2 U 136/17).

Im benannten Fall hatte der Kläger im Mai 2015 einen neuen VW Golf gekauft. Bei nur 845 km Laufleistung kam es zehn Tage später zu einem unverschuldeten Verkehrsunfall. Über seinen Anwalt forderte der Kläger, ihn mit einem äquivalenten Neufahrzeug auszustatten, verbunden mit dem Hinweis, dass ihm aktuell selbst die Mittel fehlten, einen gleichwertigen Ersatz zu kaufen.

Versicherte „Familienkutsche“: Wer darf damit fahren…?

„Papa, kann der Sven uns mal in die Stadt fahren…?“ – Doch Achtung! – Höherer Beitrag, wenn’s kracht!

„Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse“, was eventuell bedeutet, dass sich Sohn oder Tochter dran wagen, das Familien-Fahrzeug nutzen zu wollen…

Das nun  macht nix, wenn der familiäre Fahrerkreis auch versichert ist, was stets auch die Prämie erhöht. Denn je mehr Personen ein bestimmtes Auto fahren wollen und sollen, desto höher wird der Beitrag.

Wird darüber hinaus ein Fahrzeug weiteren ‚Dritten‘ überlassen, ist zwar der Versicherungsschutz nicht gefährdet, doch hat der Versicherungsnehmer den Versicherungs-Vertrag verletzt, was eine Strafe zur Folge haben kann. Wer kurzfristig weitere Personen will fahren lassen, der möge sich um spezielle und erweiternde Kurzzeit-Versicherungen bieten.