Privater Crash auf  der Rennstrecke

Im Schwäbischen kennen alle Buben den Rennfahrer „Bibbele“; einer, der gern rasant fährt und sei es mit dem Tretroller. Wie aber, wenn einer meint, er müsste diese Rolle mit seinem privaten Sportwagen auf dem Nürburgring einnehmen…?

Steht in der Vollkaskoversicherung eine Klausel, nach der ein Versicherungsschutz bei privaten Fahrten auf Rennstrecken – hier der Nürburgring – ausgeschlossen ist, darf man sich nicht  überrascht zeigen, wenn nach einem Crash die Versicherung nicht leistet. So das Urteil des ersten Zivilsenats des LG Traunstein im Juli 2017 (1 O 4450/16).

Fiktive Abrechnung – aber in welcher „günstigen“ Werkstatt?

Wenn die Reparatur als „unstreitig gleichwertig“ gilt!

Unfallfolgen machen kaum Spaß. So auch nicht in einem Fall vor dem LG Freiburg im Mai 2017. Dabei war die beklagte Versicherung der Auffassung, dass der Kläger sein beschädigtes Auto in einer günstigeren und qualitativ gleichwertigen Vertragswerkstatt reparieren lassen müsse (AZ: 9 S 6/17).

Für das Urteil galten schließlich die vom Bundesgerichtshof (BGH) aufgestellten Grundsätzen, dass der Schädiger den Geschädigten bei dessen Schadenminderungspflicht auf eine günstigere Reparaturmöglichkeit in einer mühelos und ohne weiteres  erreichbaren Fachwerkstatt verweisen kann. Auch deshalb, weil die Qualität der Reparatur dort der einer markengebundenen Werkstatt entspreche und die Umstände dabei als zumutbar gelten.

Wer scharf rechnet, wechselt zum Direktversicherer!

Wer lesen kann, sei im Vorteil. Wohl aber auch, wer rechnen kann oder eben, wer rechnen muss. Denn die Erhöhungen bei den Prämien in der Kfz-Versicherung sind seit 2010 fast doppelt so hoch wie die Inflationsrate. Klar für manchen Kraftfahrer: Nix wie hin zum Direktversicherer! Somit sind diese Versicherer in der Kfz-Haftpflichtversicherung von 2010 bis 2016 um satte 56 Prozent gewachsen. Sind Sie auch „Profiteure“ des harten Marktes mit guten Preisen…?

Vermutlich schon, denn die Autoversicherung wurde im Vergleich teurer als der allgemeine Warenkorb. So stieg in der Kfz-Haftpflichtversicherung die Durchschnittsprämie um 17,5 Prozent auf 243,60 Euro und in der Kasko sogar um 20,4 Prozent auf 216,80 Euro. Und das Ganze nur deshalb, weil der Kfz-Markt; der Trend zur Motorisierung anhält. Auch wenn dies für manchen Bewohner der Großstadt wegen des günstigen ÖPNV nicht zwingend auch gilt.

Unfall: Ersatzwagen oder doch Taxi ?

Zunächst mal geht’s darum, ob man ein Auto „ausleiht“ und man es dem Nachbarn wieder zurückstellt oder ob man es tatsächlich bei einem Unternehmen der Branche „mietet“. Doch der Reihe nach.

Wer also als Geschädigter mit einem „Mietwagen“ durchschnittlich weniger als 20 Kilometer pro Tag zurück, dem stünde in der Regel nur eine Nutzungsausfall-Entschädigung zu. So jedenfalls das Urteil des OLG Hamm aus dem Januar 2018 (7 U 46/17).

 Geklagt hatte 76-Jähriger, der bei einem unverschuldeten Verkehrsunfall geschädigt worden war. Bis er seine Auto wieder aus der Werkstatt bekam, nahm er sich einen Mietwagen, mit dem er während elf Tagen jedoch nur 239 Kilometer gefahren war.