Die Kfz-Versicherungsbeiträge steigen

Das war zu erwarten: Die Beiträge für die Kfz-Versicherung ziehen kräftig an. Nachdem sich die Unternehmen während der Wechselsaison immer wieder gegenseitig unterboten haben, kehrt jetzt Normalität ein. Für Verbraucher heißt das, sie müssen deutlich tiefer in die Tasche greifen. Laut Verbraucherportal Check24 ist der durchschnittliche Kfz-Haftpflichtbeitrag seit November um 17 Prozent gestiegen.

Tiefpunkt im November

Den Tiefpunkt erreichen die Prämien für die Autoversicherung regelmäßig im November, dem Monat, in dem der Kfz-Versicherung normalerweise gewechselt wird. Dass die Preise nachher wieder steigen, ist daher nicht ungewöhnlich. Was überrascht, ist die deutliche Zunahme um 17 Prozent. Dr. Tobias Stuber von Check24 bezeichnet den Preisanstieg als „außergewöhnlich stark“.

Gibt es „das beste Vergleichsportal“ für Kfz-Versicherungen?

Gut, besser, am besten – doch wie oft ist eine solcher ‚Komparativ‘ schon zu schief betrachtet worden, weil er auch ‚tendenziös‘ blieb oder ‚zu individuell‘ erfolgte und eben ein „Studien“-Auftrag gegen Honorar dahinter stand?

Wie aber steht es um den  Service, wenn das Deutsche Institut für Service-Qualität in einer aktuellen Studie dann auch die TV-werbenden Großen wie Verivox und Check24 bewertet?

Wer aber gibt mit welchen Kriterien und auf welche Weise vor, wenn ein Service als „gut“ gelten soll? Und bleibt auch bei der Preisanalyse ein „sehr gut“ für eine Gesamtwertung immer auch eine Frage des Betrachters. 

Jedenfalls hat im November ein „Deutsches Institut für Service-Qualität GmbH & Co. KG“ (kurz Disq) im Auftrag von n-tv Vergleichsportale für Autoversicherungen getestet und dabei „nur Internetportale ausgewählt, die die Möglichkeit anbieten, online einen Tarif abzuschließen sowie kostenlos Tarife miteinander zu vergleichen“.

Das aber bedeutet, dass Portale, die den Vergleich anderer Anbieter nutzen, in dieser Studie ausgeschlossen wurden. Doch auch Versicherungs-Apps, bei denen zwar ein Vergleich möglich ist, die aber auch alle persönlichen Versicherungspolicen gesammelt einsehen und verwalten wollen, wurden ebenfalls nicht berücksichtigt.

Schäden durch Schnee und Eis

Schneemassen und vereiste Straßen machen Autofahrern das Leben nicht unbedingt leichter. Man gerät leichter ins Rutschen und hat mitunter unverantwortliche Verkehrsteilnehmer vor der Nase. Dadurch steigt das Unfall- bzw. Schadenrisiko. Eine gute und gerne auch günstige Kfz-Versicherung ist dann Gold wert. Doch wann und bei welchen Schäden zahlt die Autoversicherung?

Auf die Reifen achten

Das größte Risiko geht vom Glatteis aus. Wer dann immer noch mit Sommerreifen unterwegs ist, wird schnell merken, dass er seinem Vehikel die falschen Puschen verpasst hat. Bei frostigen Bedingungen sind Winterreifen oder zumindest wintertaugliche Ganzjahresreifen Pflicht. Nur dann greift der Schutz der Kfz-Versicherung.

Dienstwagen mit falscher Bereifung??

Wer hat welche Pflicht?  Was Firma und Mitarbeiter wissen müssen!

Von O bis O – von Oktober bis Ostern gelten Winterreifen als ungeschriebene Pflicht. Wann aber ist man mit falschen Reifen unterwegs? Welche Vorschriften gelten und wie haften Betrieb und Mitarbeiter?

Den festgelegten Zeitraum mit Winterreifen zu fahren ist, gibt es nicht. Gilt doch eine „situative“ Winterreifen-Pflicht“. Dies betrifft alle Kraftfahrzeugführer und -halter, wobei das Gesetz vorschreibt:

Winterreifen – auch solche nach 92/23/ – müssen genutzt werden,

wenn „Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte“

Risiko im Kreisverkehr??!!

Wer kennt nicht jenen Kraftfahrer, der angeblich nicht mehr aus dem Kreisverkehr rauskommt…? Wer allerdings im Kreisverkehr einem gekennzeichneten Fahrschulfahrzeug folgt, muss damit rechnen, dass der Fahrschüler plötzlich und sonst nicht üblich reagiert, auch ohne dass die Situation dies erwarten lässt.

Zu einem grundlosen Bremsmanöver, musste gar das Landgericht Saarbrücken im  November 2018 urteilen (13 S 104/18).

Geklagt  hatte eine Pkw-Fahrerin, die hinter einem Fahrschulfahrzeug fuhr, als  bei der Ausfahrt aus einem Kreisverkehr der Fahrschüler unvermittelt stark bremste und dies ohne erkennbaren Anlass, weshalb die Klägerin aufgefahren war.

Die spätere Klägerin hielt den Fahrschüler für den Auffahrunfall mit verantwortlich du machte die Hälfte des Schadens geltend.

Doch der Haftpflicht-Versicherer hielt dagegen die Klägerin als Auffahrende allein für den Unfall verantwortlich und lehnte ab, den Schaden zu regulieren.

Wechselsaison beschert Branchenprimus neue Kunden

Die spannendste Zeit für die Kfz-Versicherung ist die Wechselsaison. Sie beginnt im September und Oktober, reicht bis Ende November und zieht sich durch das Echo aus Sonderkündigungen meist bis Anfang des Jahres. So auch 2018/2019. Innerhalb dieses kurzen Zeitfensters müssen Versicherer Kunden von sich zu überzeugen. Am besten gelungen ist das wieder einmal der HUK-Coburg – dem nach wie vor unangefochtenen Branchenprimus.

12 Millionen versicherte Fahrzeuge

Erfolg und Misserfolg lassen sich bei der Kfz-Versicherung an der Zahl der versicherten Fahrzeuge festmachen. Die HUK-Coburg hat jetzt, nach Ende der Wechselsaison, laut Vorstandssprecher Klaus-Jürgen Heitmann rund zwölf Millionen Fahrzeuge im Bestand. Das entspricht einem Zuwachs von knapp 300.000 Policen oder einem Plus von 2,5 Prozent. Mit diesem Wert liegt das Unternehmen deutlich über dem Markt-Durchschnitt.

Raser mit 115 km/h statt 60 bei mildem Urteil

Wer schnell und zu schnell fährt, dem kann nicht ohne weiteres unterstellt werden, er habe die Geschwin-digkeits-Überschreitung vorsätzlich begangen.  So das Urteil des Amtsgericht Erlangen vom 15. Dezember 2018 (6 OWi 911 Js 143459/18).

Im gerichtsanhängig gewordenen Fall wurde ein Autofahrer beklagt, weil er  mit seinem Pkw auf einer Bundesautobahn mit 175 Kilometer pro Stunde geblitzt wurde. Und dies auf einem Streckenabschnitt, der – wenn auch nur temporär – auf 60 km/h begrenzt war.

Doch die Begrenzung auf 60 km/h als Höchstgeschwindigkeit war eben nur vorübergehend eingerichtet worden. Galt diese doch dem Schutz von Polizeibeamten, die auf dieser Strecke Lastkraftwagen kontrollieren wollten.

Da nun die Geschwindigkeits-Überschreitung zwar als „erheblich“ galt, war eigentlich von Vorsatz auszugehen, was eine hohe Bestrafung gerechtfertigt hätte.