Die Kfz-Versicherung wird gegoogelt

Wurde das World Wide Web anfangs vor allem nach erotischen Inhalten durchforstet, ist die Bandbreite der Suchanfragen inzwischen deutlich größer. Im Bereich Versicherungen hat die Kfz-Police dabei die Nase ganz klar vor – zumindest im vierten Quartal 2018. Von knapp 1,2 Millionen Google-Suchen rund um Absicherung und Vorsorge betrafen über 200.000 die Kfz-Versicherung.

Deutlich mehr Suchanfragen

Dass die Autoversicherung im letzten Quartal eines Jahres besonders gefragt ist, sollte niemanden verwundern. Im Oktober und November herrscht bei den Assekuranzen dank der Wechselsaison Hochbetrieb. Das macht sich dann auch bei Konzernen wie Google bemerkbar. Schließlich möchten immer mehr Autofahrer eine möglichst günstige und darüber hinaus auch gute Kfz-Versicherung. Und dazu wird seit mehreren Jahren vermehrt auf Online-Angebote zurückgegriffen – insbesondere beim Kfz-Versicherungsvergleich.

Unfall…. stets mit Polizei…???

Crash und klare Schuld bei „rechts vor links“ und ohne Verletzte…?? Dann bräucht ’s eigentlich keine Polizei.

Doch wenn ein Unfall-Geschädigter als Kasko-Versicherter wegen eines eher geringfügigen Schadens zunächst keine Ansprüche geltend macht, so heißt das nicht, dass sich dessen Kasko-Versicherer wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort zwingend auf „Leistungsfreiheit“ berufen kann. So jedenfalls ein Beschluss des OLG Düsseldorf im September 2018 hervor (4 U 41/18).

Die Klägerin war mit ihrem Pkw im November 2018 gegen 21 Uhr auf regennasser Fahrbahn in einer Rechtskurve ins Schleudern geraten und von der Straße abgekommen. Dabei stieß das Fahrzeug gegen eine Warnbake.

Die spätere Klägerin behauptete, nach dem Unfall ausgestiegen zu sein, habe aber wegen der Dunkelheit zunächst nur einen teilweise abgerissenen Außenspiegel am eigenen Fahrzeug festgestellt. Einen Fremdschaden habe sie hingegen nicht bemerkt, weshalb sie ohne die Polizei zu verständigen nach Hause fuhr.

Altersdiskriminierung in der Kfz-Versicherung

Werden ältere Autofahrer durch hohe Beiträge für die Kfz-Versicherung diskriminiert? Eine Frage, auf die der Petitionsausschuss des Bundestages eine Antwort finden sollte. Dass Seniorinnen und Senioren für ihre Autoversicherung tiefer in die Tasche greifen müssen als jüngere Kunden, ist seit Jahren bekannt. Eine eindeutige Antwort auf das Problem gab es nicht, wohl aber die Forderung nach mehr Transparenz.

Beiträge transparenter gestalten

Das Ergebnis der Sitzung: eine Petition „zur Erwägung“ an das Bundesministerium der Finanzen. Darin heißt es unter anderem, dass es nicht mehr vertretbar sei, dass ältere Menschen unverhältnismäßig hohe Beiträge für die Kfz-Versicherung bezahlen sollen. Ein weiterer Punkt, den die Ausschussmitglieder kritisieren: Für Verbraucher ist es nahezu unmöglich zu erkennen, wie sich die Autoversicherungsprämie zusammensetzt. Hier sei mehr Transparenz erforderlich, um einer willkürlichen Diskriminierung vorzubeugen.

Reise-Rücktritt und Stornierung wegen Durchfall

Die Destination gewählt, der Aufenthalt bei eigener Anreise zum Flughafen gebucht. Doch was tun, wenn die Verdauung nicht mitmacht.

Das geschah einem Versicherter, weshalb er sich entschloss, seine Anfahrt als  gebuchte Reise wegen akuten Durchfalls nicht anzutreten. Doch ist dann auch seine Reise-Rücktrittskosten-Versichernd zur Leistung verpflichtet? Ein Fall für das Oberlandesgericht Celle, das im Dezember 2018 dazu urteilte (8 U 165/18).

Den Kläger plagte kurz vor Antritt seiner Flugreise eine heftiger Durchfall, weshalb er sich entschloss, die Reise nicht anzutreten und zu stornieren.

Sein Hausarzt hatte die Diagnose bestätigt, doch sein Reiserücktritts-Kosten-Versicherer weigerte sich, die Stornokosten zu übernehmen: ein solcher Durchfall sei keine schwere Erkrankung im Sinne der Versicherungs-Bedingungen. Eine Einigung blieb aus, weshalb es zum strittigen Fall vor dem OLG Celle kam. Der Versicherer unterlag im Rechtsstreit.

Sparen mit der Telematik-Kfz-Versicherung

Einige Fahrer haben den Fuß ständig auf dem Gas und auch kein Problem damit, Kurven Voll-Speed zu nehmen. Andere achten penibel auf ihr Tempo und bremsen lieber einmal mehr als zu wenig. Das heißt, im Straßenverkehr sind unterschiedlichste Typen unterwegs. Bei der klassischen Kfz-Versicherung wird dem kaum Rechnung getragen, wohl aber bei den Telematik-Tarifen. Sie belohnen sicheres Fahren und bestrafen riskante Manöver.

Die Blackbox im Auto

Telematik-Tarife bei der Kfz-Versicherung sind seit einigen Jahren im Gespräch und werden inzwischen auch von den größeren Assekuranzen angeboten. Zielgruppe waren anfänglich vor allem Führerschein-Neulinge. Sie sollten mit dem Prinzip „Pay as you drive“ – bezahle, wie Du fährst – die teils exorbitant hohen Beiträge senken können. Zudem zielen die Telematik-Angebote auf mehr Sicherheit im Straßenverkehr.

Falsche Angaben im Scheckheft

Bei arglistiger Täuschung ist Rückabwicklung möglich

Kaum ein Konsument, der noch weiß, wie er eigentlich früher mit ‚Schecks‘ umging. Ganz anders beim sog. „Scheckheft“ fürs Auto. Denn wenn ein Verkäufer zu diesem Scheckhaft wahrheitswidrig Eigenschaften behauptet, kann der Käufer den Kaufvertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten.

Bei einer solche „zugesicherten Eigenschaften“ muss es sich jedoch um einen wesentlichen und wertbildenden Faktor handeln, so ein Urteil des AG München vom Januar 2018 (AZ: 142 C 10499/17.)

Um jedoch den Vertrag anfechten zu können, muss dies durch den Käufer innerhalb der gesetzlichen Frist erfolgen, denn wenn ein Vertrag als „nicht wirksam angefochten“ wird, so gilt er von Anfang an als nichtig. Alle erbrachten Leistungen sind dann gegenseitig zurück zu gewähren.

Im strittigen Fall erwarb der Kläger einen Gebrauchtwagen für 4.500 Euro, den  der später Beklagte zuvor im Internet zum Verkauf inseriert hatte. Darin war zu lesen, dass das Fahrzeug Scheckheft-gepflegt sei.