Altersdiskriminierung in der Kfz-Versicherung

Werden ältere Autofahrer durch hohe Beiträge für die Kfz-Versicherung diskriminiert? Eine Frage, auf die der Petitionsausschuss des Bundestages eine Antwort finden sollte. Dass Seniorinnen und Senioren für ihre Autoversicherung tiefer in die Tasche greifen müssen als jüngere Kunden, ist seit Jahren bekannt. Eine eindeutige Antwort auf das Problem gab es nicht, wohl aber die Forderung nach mehr Transparenz.

Beiträge transparenter gestalten

Das Ergebnis der Sitzung: eine Petition „zur Erwägung“ an das Bundesministerium der Finanzen. Darin heißt es unter anderem, dass es nicht mehr vertretbar sei, dass ältere Menschen unverhältnismäßig hohe Beiträge für die Kfz-Versicherung bezahlen sollen. Ein weiterer Punkt, den die Ausschussmitglieder kritisieren: Für Verbraucher ist es nahezu unmöglich zu erkennen, wie sich die Autoversicherungsprämie zusammensetzt. Hier sei mehr Transparenz erforderlich, um einer willkürlichen Diskriminierung vorzubeugen.

Bezug nimmt der Ausschuss dabei auch auf eine Stellungnahme der Bundesregierung. Demnach sehe das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz keine Gleichbehandlung um jeden Preis vor. Bei der Kfz-Versicherung greife zudem der Grundsatz der Vertragsfreiheit. Jeder könne frei entscheiden, ob und zu welchen Konditionen ein Vertrag unterschrieben wird. Von daher sei es auch den Unternehmen überlassen, wie sie ihre Prämien kalkulieren.

Höheres Risiko im Alter

Ein weiterer Faktor, auf den die Bundesregierung aufmerksam macht: der signifikante Zusammenhang zwischen dem Alter der Nutzer und dem Schadensverlauf. Oder anders ausgedrückt: Von älteren Verkehrsteilnehmern geht ein höheres Risiko aus, das sich entsprechend in den Beiträgen für die Kfz-Versicherung widerspiegelt.

Davon ließen sich die Abgeordneten im Petitionsausschuss nicht überzeugen. Sie sprachen sich dafür aus, dass die Risikobewertung künftig auf der Basis unabhängiger Daten erfolgen soll. Aktuell werten die Unternehmen die Schadenfälle selbst aus und kalkulieren ihre Prämien anhand dieser Informationen. „Intern und ohne jegliche Transparenz“, so die Kritik. Es könne nicht sein, dass die Datensätze aus der Versicherungswirtschaft stammen. Generell müsse bei der Prämiengestaltung mehr Transparenz geschaffen werden. Man darf gespannt sein, was daraus wird.

 

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