Der Onlinevertrieb birgt viel Potenzial

So modern sich die meisten Versicherungsunternehmen auch präsentieren. Hinter der Fassade sind die Denkstrukturen oft noch altbacken. Das kann sich in Zeiten des Internets ganz schnell als Schuss ins eigene Knie erweisen. Schon vor zehn Jahren, als das Internet langsam erblühte und Dotcom in aller Munde war, müssten sich die Assekuranzen Sticheleien gefallen lassen, weil sie keine entsprechende Strategie in der Hinterhand hatten. Jetzt droht das gleiche Dilemma beim Vertrieb. Dabei bietet das Web gerade der Sparte Kfz-Versicherung Wachstumspotenziale noch und nöcher.

VHV zieht sich aus dem Preiskampf zurück

Der Kfz-Versicherungsmarkt ist ein heißes Pflaster. Einigen Unternehmen wird es inzwischen zu heiß. Sie ziehen sich zwar nicht komplett aus dem Geschäft zurück, wollen aber auch nicht länger beim teils ruinösen Preiskampf mitmischen. Diese Entscheidung hat jetzt auch die VHV getroffen. Sie tritt, so die Financial Times Deutschland (FTD), auf die Bremse und wird sich vorerst darauf konzentrieren, den aktuellen Status quo, sprich den Marktanteil bei den Autoversicherungen zu halten.

Dass die Vereinigte Hannoversche Versicherung (VHV) diesen Schritt geht, dürfte die Branche ein wenig wundern. Denn bislang hat sich das Unternehmen nicht gerade durch Zurückhaltung ausgezeichnet, sondern gehörte zu den Assekuranzen, die richtig Gas gegeben haben, um neue Kunden zu gewinnen. Dazu wurde unter anderem Pop-Titan Dieter Bohlen als Werbefigur gewonnen. Die Spots für die Autoversicherung liefen während der Wechselsaison auf allen Sendern.

Versicherungskennzeichen – aus Grün wird Schwarz

„Schwarz, schwarz, schwarz sind alle unsere Schilder“, sollte es ab dem 1. März bei den Besitzern von Kleinkrafträdern heißen. Denn an diesem Termin verlieren die alten grünen Versicherungskennzeichen ihre Gültigkeit und muss rechtzeitig für Ersatz gesorgt werden. Wer sich nicht am alljährlichen „Farbe wechsel Dich“-Spiel beteiligt, hat keinen Versicherungsschutz mehr und macht sich damit strafbar, warnt die HUK-Coburg in einer aktuellen Pressemitteilung.

Die Pflicht, passend zum neuen Versicherungsjahr ein neues, diesmal schwarzes Kennzeichen zu kaufen, besteht unter anderem für Mofas, Mopeds, Roller und darüber hinaus auch für Quads, sofern sie weniger als 50 Kubikzentimeter Hubraum haben und nicht schneller als 45 Kilometern pro Stunde sind. Der Vorteil: Das neue Kennzeichen kann direkt vor Ort bei einer Versicherungsagentur, einem Versicherungsvermittler, dem Makler des Vertrauens und oft auch bei Banken erworben und anschließend direkt montiert werden.

Vorschäden müssen der Kfz-Versicherung gemeldet werden

Ehrlich währt am längsten – das gilt auch für die Kfz-Versicherung. Kunden, die nicht mit offenen Karten spielen oder versuchen, die Autoversicherung „über den Tisch zu ziehen“, müssen damit rechnen, sowohl von der Assekuranz als auch von den Gerichten eine bittere Pille serviert zu bekommen.

Dazu ein Beispiel: Weil die Kfz-Versicherung und später auch die Richter an der Redlichkeit des Autobesitzers zweifelten, wurde der Diebstahl des Wagens nicht reguliert. Im vorliegenden Fall hatte der Kläger sich einen Mercedes gekauft. Das Fahrzeug kostete 20.000 Euro und wies einen Heckschaden auf. Der war vorher für ebenfalls knapp 20.000 Euro repariert worden. Soweit handelte es sich noch um einen ganz normalen Vorgang. Dass fünf Monate später auf den Schreibtischen der Polizei und der Teilkaskoversicherung anonyme Hinweise landeten, der Wagen werde zu einem Autoschieber gebracht, um dann als gestohlen gemeldet zu werden, ließ auf beiden Seiten die Alarmglocken schrillen.

Wer kommt für Schlaglochschäden auf?

Schnee und Eis haben erst für Rutschpartien und viele Unfälle gesorgt. Jetzt kommen mit den Schlaglöchern die Nachwehen der kalten Jahreszeit. Vielerorts hat der Frost mehr oder weniger tiefe Löcher in die Straßenbeläge gefressen. Sie zu stopfen, ist Pflicht der Kommunen und Länder. Wenn es allerdings kracht, weil man mit dem Auto einen der Krater erwischt hat, lässt sich die Zuständigkeit nicht ganz so leicht klären. In den meisten Fällen muss der Halter selbst in die Tasche greifen oder aber seine Vollkaskoversicherung in Anspruch nehmen.

Ergo Versicherungen stellen Kunden mit KaskoPlus in den Vordergrund

Der Ergo-Konzern ergänzt seine Sparte Kfz-Versicherung um ein neues Produkt. KaskoPlus nennt sich der Tarif, bei dem der Kunde im Vordergrund steht, so das Unternehmen. Versprochen werden jedenfalls Leistungen, „die weit über die üblichen Eigenschaften einer Kaskoversicherung hinausgehen“. Ziel ist es, dem Unfallverursacher mindestens die gleichen Leistungen zukommen zu lassen wie dem Unfallgegner, der von der Kfz-Haftpflichtversicherung entschädigt wird. Dazu wurden gleich mehrere Bausteine des Kaskoschutzes überarbeitet.

Werkstattbindung erobert Österreich

Während das Prinzip der Werkstattbindung von den deutschen Kfz-Versicherern nach und nach perfektioniert wird, befindet es sich in Österreich noch weitgehend im Aufbau. Ziel ist auch in der Alpenrepublik ein engmaschiges Netz an Partner-Werkstätten, damit sich möglichst viele Kunden für eine „feste Bindung“ entscheiden. Noch gibt es allerdings viel zu tun.

Die HDI Versicherung AG arbeitet seit April dieses Jahres mit einer Reihe von Werkstätten zusammen. Aktuell sind es 85 Betriebe in ganz Österreich. Das Unternehmen spricht von einer innovativen Idee, die sowohl den Kunden als auch der Kfz-Versicherung zugutekommt. Die Assekuranzen profitieren von der Werkstattbindung, weil sie bei den Versicherungsleistungen sparen können. Die Ausgaben waren im vergangenen Jahr um 10,1 Prozent gestiegen und lagen bei rund 56,5 Millionen Euro. Auf der anderen Seite erhalten die Versicherten dank Bindung an die Partnerwerkstatt Rabatte.

Kfz-Versicherer nutzen Webressourcen nur mäßig

Die vergangenen Wochen und Monate haben eines recht deutlich gezeigt: Bei der Suche nach einer günstigen Kfz-Versicherung nutzen Autobesitzer zunehmend das Internet. Sie informieren sich nicht nur und arbeiten mit Kfz-Versicherungsvergleichen, sondern schließen den Vertrag immer öfter auch online ab. Was heißt das nun für die Branche? Sie müsste eigentlich alles daran setzen, es potenziellen Kunden so einfach und komfortabel wie möglich zu machen. Doch leider hinken die Versicherer in Sachen Word Wide Web immer noch den aktuellen Standards hinterher.

Check24 verlost Fiat 500

Die Wechselsaison bei der Kfz-Versicherung geht einher mit einer Vielzahl von Gewinnspielen, ausgelobt von den Assekuranzen und Vergleichsportalen. Die SparkassenDirekt Versicherung etwa lädt zum Bundesliga-Tippspiel. Als Hauptpreise für die besten Mitspieler winken – wie sollte es anders sein – mehrere im ersten Jahr kostenlose Autoversicherungen des Unternehmens. Bei Check24 bedarf es weniger Fußballwissen, dafür etwas Glück, um einen Fiat 500 zu gewinnen. Das knuddelige Kultgefährt wird unter allen verlosten, die bis zum 30. November über Check24 einen Wechsel der Kfz-Versicherung beantragen, wobei eine Teilnahme auch ohne neue Police möglich ist.

Autoversicherung-App und Anpassungs-Garantie

Im Oktober und November eines jeden Jahres sind die Pressemitteilung der Versicherungsbranche fast ausschließlich von einem Thema geprägt: der Kfz-Versicherung. Tarife werden vorgestellt, zusätzliche Service- und Leistungsmerkmale präsentiert und immer wieder auf Vergleichsrechnungen hingewiesen. Dabei gehen „kleinere“ Meldungen häufig unter. Deshalb hier zwei News zur Autoversicherung, von der HDI-Gerling Firmen und Privat Versicherung AG sowie dem Volkswagen VersicherungsService.

Die HDI macht auf ihre „Leistungs-Anpassungs-Garantie“ aufmerksam, von der alle Kunden profitieren. Sollten innerhalb der gewählten Produktlinie die Leistungen oder Bedingungen aktualisiert werden, müssen sich Bestandskunden nicht extra um einen Wechsel in den möglicherweise besseren Tarif bemühen. Die Neuerungen werden automatisch berücksichtigt, sollte es zum Schadensfall kommen. In diese Garantie hat das Unternehmen auch gleich eine Art „Rückstoßventil“ eingebaut. Verändert sich die Leistungsstruktur zum Nachteil des Kunden und bietet der bestehende Kfz-Versicherungstarif mehr, werden die Anpassungen nicht übernommen.