Die Folgen der Pleite: Ineas und LadyCarOnline

Die Pleite der Kfz-Versicherer Ineas und LadyCarOnline könnte ein Szenario bewirken, dass durch die gesetzlichen Vorgaben eigentlich verhindert werden sollte: Laut Stiftung Warentest droht mindestens drei ehemaligen Versicherten der beiden Unternehmen ein finanzieller Tiefschlag. Sie müssen Personenschäden, die sie in der Vergangenheit verursacht haben, aller Wahrscheinlichkeit nach aus eigener Tasche bestreiten. Dabei geht es um Beträge von 3.500 bis 6.000 Euro. Eingefordert wird das Geld von den Krankenversicherungen der Unfallopfer. Sie waren in Vorleistung gegangen und wollen jetzt Ersatz.

Dass es soweit kommen könnte, haben Experten bereits angedeutet, als die Muttergesellschaft, die niederländische Insurance Corporation NV (ICC), unter Notverwaltung gestellt wurde. Zwar besteht für Betroffene die Option, sich an die Verkehrsopferhilfe zu wenden. Dieser Weg kann allerdings erst eingeschlagen werden, nachdem Schadenersatz gezahlt wurde. Absolut Gewissheit, die Kosten erstattet zu bekommen, gibt es derzeit also nicht. Für die Unfallfahrer bleibt nur die Hoffnung, dass der Insolvenzverwalter der Kfz-Versicherung ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stellen kann, um alle Forderungen zu erfüllen.

Wie die Chancen stehen, lässt sich nicht vorhersagen. Im Informationsblatt Nr. 3, das der Insolvenzverwalter online gestellt hat, heißt es: „Über 12.000 Schadenfälle wurden noch nicht bearbeitet.“ Unterschieden wird dabei zwischen Personen- und sonstigen Schäden. Das ist entscheidend für die Zahlungsrangordnung. Sie wurde folgendermaßen festgelegt: 1. Forderungen wegen Personenschäden, 2. Forderungen wegen sonstiger Schäden, 3. Forderungen wegen Prämienrückzahlung und 4. sonstige Forderungen. Die Verbindlichkeiten werden jedoch erst bedient, wenn alle Daten vorliegen. Einen Hoffnungsschimmer gibt es: „Die nunmehr vorliegenden Zahlen lassen vermuten, dass Forderungen wegen Personenschäden wahrscheinlich vollständig und Forderungen wegen sonstiger Schäden zum Teil bezahlt werden können“, so der Insolvenzverwalter. Auf eine Prämienrückzahlung sollte man hingegen nicht warten. Sie fällt voraussichtlich aus.

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