Die Folgen fehlerhafter Daten im Kfz-Versicherungsantrag

Die Antragsformulare für eine Kfz-Versicherung werden immer länger. Kein Wunder, die Branche arbeitet mit Hochdruck an neuen Leistungen, die als zusätzliche Bausteine zum gewünschten Tarif gebucht werden können. Hinzu kommen die gängigen Fragen, etwa zur Kilometerleistung, dem Beruf und dem Fahrerkreis. Verbraucher sollten sich für jeden Punkt auf der List ausreichend Zeit nehmen und genau lesen. Schließlich unterliegen sie der vorvertraglichen Anzeigepflicht und müssen den Unternehmen alle möglichen Risiken mitteilen; bei der Kfz-Versicherung zum Beispiel Führerscheinneulinge, die ans Steuer dürfen.

Diese Informationen fließen direkt in die Beitragskalkulation ein. Kunden, die glauben, hier und da ein wenig tricksen zu können, damit unter dem Strich eine günstigere Prämie für die Autoversicherung steht, agieren blauäugig. Über kurz oder lang können sich diese „Fehler“ als teures Problem erweisen. Damit müssen auch Versicherte rechnen, die schlichtweg und ohne böse Absicht vergessen, ihrer Assekuranz Änderungen mitzuteilen. Zu diesem Thema hat die Zeitschrift Finanztest in ihrer Ausgabe 7/2011 die Frage eines Lesers beantwortet. Markus D. aus Halle wollte wissen, was passiert, wenn sein Sohn, der nicht als Fahrer im Vertrag genannt wird, einen Unfall baut.

Die Antwort: Die Kfz-Haftpflichtversicherung zahlt unabhängig davon, ob nun eine Person am Steuer saß, die in der Police eingetragen ist oder nicht. Es kommt also nicht so weit, dass der Kunde die Schadenersatzforderungen der gegnerischen Partei aus eigener Tasche zahlen muss. Dafür sorgen die gesetzlichen Vorschriften. Nicht umsonst handelt es sich bei der Kfz-Haftpflicht um eine Pflichtversicherung. Sie stellt sicher, dass Unfallopfer entschädigt werden. Ob die Kfz-Versicherung von ihrem Kunden möglicherweise Regress bis zu 5.000 Euro fordert, steht auf einem anderen Blatt.

Der eigentliche Ärger kommt aber noch. Die Kaskoversicherung kann quotieren und übernimmt nur einen Teil der Kosten. Damit nicht genug, kalkuliert die Assekuranz den Beitrag komplett neu. Bezogen auf die Fragestellung würde der Sohn mit in den Vertrag aufgenommen. Dadurch steigt in der Regel die Prämie für die Kfz-Versicherung. Die Differenz zum bisherigen Beitrag muss dann für das laufende Versicherungsjahr nachgezahlt werden – plus bis zu zwei komplette Jahresbeiträge als Vertragsstrafe. Es lohnt sich demnach nicht, der Versicherung etwas zu verschweigen. Besser und sicherer ist es, den Vertrag immer auf den neuesten Stand zu bringen.

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