Die Zukunft der Kfz-Versicherung ist digital

Von der Nische in den breiten Markt: Telematik-Tarife waren bislang vor allem für jüngere Autofahrer gedacht. Ab sofort sollen, so die Pläne der Kfz-Versicherer, alle Kunden von den Angeboten profitieren. Dadurch fließen in die Beitragskalkulation für die Autoversicherung nicht nur das Fahrzeug und die Schadenfreiheitsklasse ein, sondern auch die Fahrweise.

Das Fahrverhalten auswerten

Die Telematik-Kfz-Versicherung wie sie jetzt unter anderem von der HUK-Coburg für alle Versicherten angeboten wird, basiert auf einem Sensor. Das Gerät des Marktführers – zwölf Millionen versicherte Fahrzeuge – wird wie eine Vignette von innen an die Frontscheibe geklebt. Dieser Sensor ist batteriebetrieben, hält mindestens fünf Jahre und sendet eifrig Daten an die Kfz-Versicherung.

Diese Lösung ist deutlich günstiger als die klassische Blackbox, die fest installiert werden muss und mit knapp 100 Euro zu Buch schlägt. Auch die Telematik-Variante der Allianz, die mit einer App arbeitet, verursacht keine zusätzlichen Kosten. Allerdings benötigt der Kunde ein Smartphone. Das Problem bei der Applikation: Im Zweifelsfall werden auch Taxifahrten aufgezeichnet und für den Beitrag herangezogen. Diesbezüglich ist der Sensor der HUK-Coburg durchdachter.

Das Datenmanagement

Entscheidend bei den Telematik-Tarifen in der Kfz-Versicherung wird das Datenmanagement sein. Hier kommen den Unternehmen die Erfahrungen der vergangenen Jahre zugute. Aktuell hat die HUK-Coburg 75.000 Telematik-Verträge im Bestand. Bei der Allianz sind es 90.000. Interessant: Hohe Geschwindigkeiten sind für das Schadensaufkommen nicht so relevant wie typische Fahrmuster. Dazu zählt unter anderem, wenn in Kurven beschleunigt oder sehr oft hart gebremst wird.

Autofahrer, die aus der Reihe tanzen, müssen dann mit höheren Beiträgen rechnen. Andere, die sicher fahren, erhalten Rabatte von bis zu 30 Prozent. Wichtig: „Versicherungsmitarbeiter haben keinen Zugriff auf die Rohdaten“, so die HUK-Coburg. Das heißt, es entsteht kein gläserner Kunde. Stattdessen ermittle eine Software anhand der Daten einen Wert, der an die Autoversicherung geschickt wird. Inwieweit die neue Technik das Preisniveau bei der Kfz-Versicherung prägen wird, muss sich zeigen. Der Marktführer rechnet jedenfalls mit einem neuen Wettbewerb.

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