Herausforderung: Policen für E-Cars

Wenn jeder, der sich über hohe Benzinpreise ärgert, ein Elektroauto kaufen würde, hätte die Bundesregierung ihr für 2020 gesetztes Ziel von einer Million elektrisch betriebener Fahrzeug binnen weniger Monate erreicht. Davon ist man aber noch weit entfernt. Aktuell sind über 44 Millionen Pkw in der Bundesrepublik zugelassen. Einen reinen Elektromotor haben nur 12.000 Fahrzeuge, einen Hybridmotor immerhin 86.000. Das entspricht im Vergleich zu 2013 einem Zuwachs von 60 Prozent, reicht aber noch lange nicht, um auch die Versicherungsbranche hellhörig werden zu lassen.

Dafür ist die Entwicklung zu träge – auf allen Seiten. Sowohl Hersteller als auch Verbraucher halten sich mit Blick auf E-Cars eher bedeckt. Großserien, etwa von Mitsubishi, Tesla und VW, sind längst in Produktion, werden aber kaum von Privatkunden nachgefragt. Daraus leitet sich eines der Hauptprobleme für die Kfz-Versicherung ab. Bei gängigen Modellen gibt es ausreichend Daten, um perfekt kalkulieren zu können. Dieser Informationsfluss dümpelt bei E-Autos noch vor sich hin. Das macht es schwer, Tarife zu berechnen. Hinzu kommt ein Aspekt, dem die Branche zunehmend mehr Aufmerksamkeit schenkt: der Service.

Zwei Fragen, die sich Kfz-Versicherer stellen müssen: Welche neuen Risiken ergeben sich aus der Elektromobilität? Und wie lassen sich diese Aspekte bei den Serviceleistungen integrieren. Darunter fallen zum Beispiel mögliche Brandschäden, weil der Akku überhitzt, Gefahren durch Strom und Pannen, weil der Speicher leer ist. Einige Autoversicherungen bieten bereits eine Abschleppklausel für E-Cars. Sie garantiert Kunden, dass sie bis zur nächsten Ladestation gebracht werden. Auch der Akku ist Bestandteil einiger Policen. Doch hier ist auch der Kunde gefragt. Denn wer den Akku nicht pflegt, bekommt kein Geld.

Der Umstand, dass es noch zu wenig Erfahrungswerte mit Elektroautos gibt und die Tatsache, dass die Modelle in der Anschaffung vergleichsweise teuer sind, wirken sich negativ auf die Prämie aus. Erste Kfz-Versicherungsvergleiche belegen, dass für E-Autos ein deutlich höherer Beitrag gezahlt werden muss. Verantwortlich dafür ist in erster Linie der Kaskoschutz. Dazu ein Beispiel: Der BMW i3 (mit Elektromotor) kostet Versicherungsnehmer im Schnitt 379,89 Euro (Kfz-Haftpflichtversicherung und Vollkasko). Beim BMW 114 belaufen sich die Gesamtkosten auf 345,88 Euro.

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