Herbst 2018: Kastanien-Alarm

Warhol lässt grüßen. (c) by wob. VL

Wer keine Garage hat, der parkt (parke) möglichst nicht unter Bäumen! – Denn von denen fällt je nach Jahreszeit allerhand runter, was dem Auto schaden kann: Laub, Früchte, Pollen, Äste und gelegentlich auch Harz.

Da nutzt einem aber dieser Hinweis nicht viel, wenn man als  Wohnungseigentümer nur einen Stellplatz in der Nähe einer Kastanie bekommen konnte. (Landgericht Nürnberg-Fürth, Aktenzeichen 14 S 6188/17)

Im strittigen Fall war der Eigentümer als Mitglied einer Wohnungseigentümer-Gemeinschaft (WEG) leid, dass er vom Dach und der Motorhaube seines geparkten Autos von Zeit zu Zeit heerabgefallene Kastanien und Baumharz entfernen zu musste.

Deshalb wollte er einen Carport errichten, der den PKW schützen sollte. Damit waren aber andere Eigentümer nicht einverstanden. Man sah darin eine bauliche Veränderung, für die die WEG hätte einstimmig hätte zustimmen müssen.

Dem entgegen sprach der „Bauherr“ nur von einer Maßnahme der Instandhaltung bzw. Instandsetzung, für die nicht so strenge Kriterien gelten.

Das Urteil:

Bei der Kastanie und ihren Früchten handle es sich um „Gegebenheiten der Natur“, entschied eine Zivilkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth. Diese müsse der Wohnungseigentümer hinnehmen, zumal sie ihm ja schon beim Kauf des Objekts bekannt gewesen seien. Die Teilungserklärung habe eine entsprechende Darstellung der Lage der Bäume enthalten. Außerdem träten die Probleme mit der Kastanie nur zu bestimmten Zeiten im Sommer und Herbst auf. Die übrigen Eigentümer müssten ihm die Errichtung eines Carports nicht erlauben.

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