Mit zunehmender Digitalisierung nimmt auch das Interesse am Datenschutz im Internet zu. Interessenten möchten vermehrt ihre Kfz Versicherung ohne Angabe persönlicher Daten berechnen lassen. Beobachten kann man das sehr schön an Fragen in einschlägigen Auto-Foren wie Motortalk.

„Hi Leute, kennt hier jemand einen unabhängigen Versicherungsvergleicher, bei dem man am Ende der Dateneingabe nicht seine Personalien angeben muss?“

Man sieht es aber auch an Googels Suchvorschlägen. Ist Google Suggest aktiviert, so liefert die Suchmaschine dem Fragenden während des Eintippens entsprechende Suchvorschläge. Im Folgenden für die Eingabe „Kfz Versicherung berechnen ohne“ zu sehen.

Typischerweise tauchen bei solchen Suchen auch weitere Begriffe wie kostenlos, anonym oder ohne Namensangabe auf. Damit dürfte die Absicht der Suchenden ziemlich gut umschrieben sein. Die folgende Tabelle listet übrigens einige der nachgefragteren Suchwort Kombinationen auf.

Google Suchanfragen pro Monat
PositionSuchbegriffSuchvolumen
1.kfz versicherung berechnen ohne persönliche daten
320
2.kfz versicherung vergleichen ohne persönliche daten
110
3.kfz versicherungsrechner ohne anmeldung
90
4.kfz versicherungsvergleich ohne persönliche daten
90
5.kfz versicherung berechnen ohne anmeldung
70

Wenn man die Sache mit den Angaben ohne persönliche Daten einmal etwas genauer betrachtet wird klar, wortwörtlich gesehen müsste man die Anfrage bei allen Online Vergleichen verneinen. Denn gänzlich ohne persönliche Informationen könnten die Versicherungsrechner keine vernünftigen Tarife berechnen. Denn Alter, Geschlecht, Familienstand, Wohnort und Beruf sind wichtige Risiko-Faktoren für die KFZ Versicherung.

Früher versuchten KFZ Vergleichsportale wie Check24, Transparo,etc sich die Rechenarbeit nicht nur mit den Partner-Provisionen zu versüßen, sondern gleich den ganzen User für sich zu vereinnahmen. Rechenergebnisse nur gegen persönliche Daten. Das war um so ärgerlicher, weil die Abfrage der Userdaten erst ganz zum Ende der Eingabeprozedur erfolgte. Natürlich aus gutem Grund, zumindest aus den Augen der Versicherer. Der Leidtragende war dabei der Verbraucher. Wenn er sich schon 5-10 Minuten lang durch diverse Online Formulare gequält hatte, dann wollte er die ganze Arbeit nicht umsonst gemacht haben, Und opfert seine Daten gegen das Vergleichsergebnis.

Die Versicherungswirtschaft hat mit dem im März 2013 veröffentlichten Datenschutzkodex des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV begonnen, den verträglichen Umgang mit Verbraucherdaten zu regeln:

„Die Versicherungswirtschaft errechnet auf der Basis von Statistiken und Erfahrungswerten mit Hilfe versicherungsmathematischer Methoden die Wahrscheinlichkeit des Eintritts von Versicherungsfällen sowie deren Schadenhöhe und entwickelt auf dieser Grundlage Tarife. Dazu werten Unternehmen Daten aus Versicherungsverhältnissen ausschließlich in anonymisierter oder – soweit dies für die vorgenannten Zwecke nicht ausreichend ist – pseudonymisierter Form aus.“

Seitdem sind Online Rechner mit Abfrage persönlicher Daten auf dem Rückzug. Natürlich möchten die Versicherungen immer noch möglichst nah an die potentiellen Kunden heran. Sei es um mit Newslettern zu punkten oder weitere Angebote zu vermitteln. Doch dafür dürfen sie sich jetzt neue Köder ausdenken 😉

Hinweis zu Bildrechten: Insurance concept © artisticco – Fotolia.com