Für Millionen Autofahrer wird die Kfz Versicherung 2018 teurer – für einige hingegen billiger. Gründe für sich ändernde Beiträge gibt es viele. Zum einen mussten Kfz-Versicherer gezielte Beitragsanpassungen vornehmen, weil sich Regionalklassen und Typklassen zum Jahreswechsel geändert haben. Zum anderen sind Kraftfahrer betroffen, die ihre Autos wechseln und damit andere Fahrzeuge neu versichern müssen. Wir haben diese Veränderungen bei den KFZ-Versicherungen auch schon 2017 verfolgt.

Nachfolgend erläutern wir, welche Neuerungen es 2018 für die Autoversicherung gibt und welche Aspekte bei der Suche nach dem passenden Tarif zu berücksichtigen sind. Unser Online-Tarifvergleich hilft Ihnen, zielsicher einen günstigen und zugleich leistungstsarken Kfz-Versicherungstarif zu finden.

Änderungen der Typklassen 2018

Einmal im Jahr nimmt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) eine Überprüfung der Typklassen vor. Insgesamt sind in Deutschland mehr als 28.000 verschiedene Fahrzeugmodelle zugelassen. Diese werden bis zu 24 verschiedenen Typklassen zugeordnet. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass Kfz-Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko jeweils eigene Typklassen haben.

Je niedriger die Typklasse, desto geringer der Versicherungsbeitrag. Es kann passieren, dass der GDV stelltvertretend für alle ihm angeschlossenen Kfz-Versicherer die Typklasse eines Automodells anpasst. Hierfür werden in der Kfz-Haftpflicht alle von den Versicherern erfassten Verkehrsunfälle (Schadensbilanz von 2014 bis 2016) berücksichtigt. Die Schadensbilanz 2017 bleibt unberücksichtigt, weil deren Daten nicht rechtzeitig zur Verfügung stehen. In den Kaskoversicherungen werden neben Unfällen außerdem berücksichtigt:

  • Autodiebstähle
  • Fahrzeugbrände
  • Glasschäden
  • Teilentwendungen (Diebstahl einzelner Kfz-Teile)

Bei den Typklassen der Kfz-Haftpflicht hat sich 2018 wenig getan, drei Viertel aller Fahrzeugtypen haben ihre Typklase behalten. In den Kaskoversicherungen ist hingegen ca. die Hälfte der Fahrzeugtypen betroffen, wobei die meisten lediglich eine Typklassen herauf- oder herabgestuft wurden.

Änderungen der Regionalklassen 2018

Nicht nur der Pkw nimmt Einfluss auf die Höhe des Beitrags in der Kfz-Versicherung. Die Regionaklasse ist eine weitere Einflussgröße. Sie leitet sich vom Zulassungsbezirk des versicherten Fahrzeugs ab. Eine Berücksichtigung findet statt, weil je nach Zulassungsbezirk ein unterschiedlich hohes Unfallrisiko besteht. So ist zum Beispiel festzustellen, dass sich in Großstädten mehr Unfälle (unter Berücksichtigung der zugelassenen Fahrzeuge) als auf dem Land ereignen.

Es gibt 413 Zulassungsbezirke, die im Rahmen der Einstufung vom GDV berücksichtigt werden. Für 2018 wurden 67 Bezirke herabgestuft, was für ca. 5,5 Mio. Kraftfahrer bedeutet, dass sich ihre Kfz-Versicherung voraussichtlich vergünstigt. Teurer wird es hingegen für rund 3,5 Mio. Kraftfahrer aus insgesamt 51 Bezirken. Für die Mehrheit bzw. ca. 31 Mio. Kraftfahrer aus 305 Bezirken bleibt die Reigonalklasse unverändert.

Wie der GDV mitteilt, ist bei den Regionalklassen der Autoversicherung ein Nord-Süd Gefälle festzustellen. Im (dünn besiedelten) Norden liegen die Regionalklassen im Durchschnitt niedriger als im Süden. Vor allem der Zulassungsbezirk Elbe-Elster in Brandenburg liegt knapp 30 Prozent unter dem bundesweiten Durchschnitt.

Entwicklung der Autodiebstähle

Wie bereits angedeutet, wirken sich die Autodiebstähle auf die Typklasse in der Kaskoversicherung aus. Als Bemessungszeitraum gilt das Jahr 2016, das sich aus Sicht der Autobesitzer einigermaßen erfreulich entwickelt hat. Gegenüber dem Vorjahr sind die Autodiebstähle geringfügig zurückgegangen, 18.227 Delikte wurden festgestellt. Die Versicherer hatten hingegen weniger zu lachen, denn trotz des Rückgangs ist die Schadenssumme nach oben geklettert und beläuft sich auf insgesamt 299,2 Mio. Euro.

Bei den Lieblingen der Autodiebe hat sich wenig getan, weiterhin sind vor allem Fahrzeuge deutscher Premiumhersteller gefragt. Die Automarken Audi, BMW und Mercedes-Benz teilen sich in genau dieser Reihenfolge die Spitzenplätze 2 bis 4 unter den am häufigsten gestohlenden Fahrzeugmarken. Lediglich Volkswagen landet noch weiter vorne, was der hohen Marktdurchdringung geschuldet ist.

Ein etwas anderes Bild zeichnet sich ab, wenn die gestohlenen Fahrzeugmodelle in Relation zur Anzahl der jeweils zugelassenden Fahrzeuge gesetzt werden. In diesem Fall landen die Marken Land Rover, Porsche und Audi auf den ersten drei Plätzen.

Herausforderungen der Kfz-Versicherer

Steigende Kosten in der Regulierung von Diebstahlschäden sind nur eine von zahlreichen Herausforderungen, denen sich die Kfz-Versicherer stellen müssen. Ein für das Jahr 2018 ganz entscheidendes Thema ist das automome Fahren. Inzwischen haben mehrere Autohersteller beeindruckend unter Beweis gestellt, dass der Bau solcher Fahrzeuge keine Zukunftsmusik mehr ist.

Zwar wird der große Durchbruch noch einige Jahre lang auf sich warten lassen, doch schon jetzt müssen sich die Versicherer mit den Auswirkugnen des autonomen Fahrens beschäftigen. Ein ganz zentrales Thema spielt die Klärung von Schuldfrage und Haftung, sobald ein autonom fahrender Pkw einen Unfall verursacht. Die Insassen werden die Schuld nur unfreiwillig übernehmen, schließlich haben sie das Fahrzeug nicht gelenkt. Ob die Hersteller pauschal in Haftung genommen werden können, ist jedoch ungewiss. Hier gibt es für die Versicherer noch großen Klärungsbedarf.

Ein ähnliches Thema ist die zunehmende Verbreitung elektronischer Assistenten. Sie machen die Teilnahme am Straßenverkehr immer sicherer, weil sie z.B. Objekte auf der Fahrbahn eigenständig erkennen und Notbremsungen durchführen. Sollten hierdurch die Unfallzahlen stark zurückgehen, werden zunehmend Halter entsprechender Fahrzeuge günstigere Kfz-Versicherungstarife einfordern.

Online-Tarifvergleich für Autoversicherungen 2018

Sie sollten niemals einen Pkw versichern, ohne zuvor einen Online-Tarifvergleich gemacht zu haben. Grund dafür sind die großen Beitragsunterschiede zwischen den Tarifen der einzelnen Versicherer. Wer clever vergleicht und den richtigen Kfz-Versicherungstarif wählt, erzielt eine satte Ersparnis.

Der Kfz-Versicherungsvergleich ist schnell gemacht. Die wesentlichen Rahmendaten zu Fahrer und Fahrzeug genügen, um hunderte Tarife auszuwerten und die jeweiligen Beiträge zu ermitteln. Anschließend gilt es nur noch den passenden Tarif auszuwählen.

Wir raten dazu, bei der Tarifwahl nicht ausschließlich die Beitragshöhe zu berücksichtigen. Ganz entscheidend sind die enthaltenen Leistungen sowie ggf. vorhandene Einschränkungen. So ist z.B. festzustellen, dass immer mehr Kfz-Versicherer ihre Tarife mit einer Werkstattbindung ausstatten. Zwar mag sich der Beitrag dadurch verringern, doch so mancher Kraftfahrer zieht es vor, im Ernstfall selbst entscheiden zu können, in welcher Werkstatt sein Pkw repariert wird.

Abschließend möchten wir noch darauf hinweisen, dass sich ein Tarifvergleich nicht nur empfiehlt, wenn ein Pkw zugelassen werden soll. Jeder Fahrzeughalter sollte einmal im Jahr prüfen, wie seine bestehende Kfz-Versicherung im Vergleich zu neuen Tarifen abschneidet und ob es womöglich ratsam ist, in einen anderen Tarif zu wechseln.