Risiko im Kreisverkehr??!!

Wer kennt nicht jenen Kraftfahrer, der angeblich nicht mehr aus dem Kreisverkehr rauskommt…? Wer allerdings im Kreisverkehr einem gekennzeichneten Fahrschulfahrzeug folgt, muss damit rechnen, dass der Fahrschüler plötzlich und sonst nicht üblich reagiert, auch ohne dass die Situation dies erwarten lässt.

Zu einem grundlosen Bremsmanöver, musste gar das Landgericht Saarbrücken im  November 2018 urteilen (13 S 104/18).

Geklagt  hatte eine Pkw-Fahrerin, die hinter einem Fahrschulfahrzeug fuhr, als  bei der Ausfahrt aus einem Kreisverkehr der Fahrschüler unvermittelt stark bremste und dies ohne erkennbaren Anlass, weshalb die Klägerin aufgefahren war.

Die spätere Klägerin hielt den Fahrschüler für den Auffahrunfall mit verantwortlich du machte die Hälfte des Schadens geltend.

Doch der Haftpflicht-Versicherer hielt dagegen die Klägerin als Auffahrende allein für den Unfall verantwortlich und lehnte ab, den Schaden zu regulieren.

In dem folgenden Rechtsstreit hielt zunächst das Amtsgericht beide Beteiligte für den Unfall verantwortlich: der Fahrschüler habe gegen § 4 Absatz 1 Satz 2 StVO verstoßen, weil er als Vorausfahrender ohne zwingenden Grund stark gebremst hatte.

Der Klägerin warf das Gericht einen Verstoß gegen Absatz 1 Satz 1 des Gesetzes vor, weil der Abstand zu einem vorausfahrenden Fahrzeug in der Regel so groß sein müsse, dass auch gehalten werden kann, wenn der Vorausfahrende plötzlich abbremst: eine Schadenteilung als gerechtfertigt.

Doch der Versicherer ging in Berufung vor dem Saarbrücker Landgericht. Dor ging man von „einer überwiegenden Verantwortlichkeit der Klägerin“ aus.

Denn jeder Verkehrsteilnehmer, der einem gekennzeichneten Fahrschulfahrzeug folgt, müsse mit plötzlichen und sonst nicht üblichen Reaktionen rechnen. Und dies auch, ohne dass die Verkehrssituation dies erwarten lässt.

Ein Verkehrsteilnehmer habe daher seine Fahrweise darauf einzustellen. „Denn das grundlose Abbremsen oder auch Abwürgen des Motors gehört zu den typischen Anfängerfehlern eines Fahrschülers“, so das Gericht.

Bei einem der Situation angemessenen Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrschulfahrzeug, wäre nach Meinung des Gerichts der Auffahrunfall vermeidbar gewesen.

Der Klägerin sei allerdings zugute zu halten, dass sich der Unfall bei der Ausfahrt aus dem Kreisverkehr ereignet habe. Denn das vor ihr fahrende Fahrzeug sei an einer Stelle bis zum Stillstand abgebremst worden, die dem nachfolgenden Verkehr räumlich wenige Reaktion lasse…

Dem Fahrschulfahrzeug sei daher dessen Betriebsgefahr zuzurechnen. Diese sahen die Richter bei 30 Prozent, so dass die Klägerin der größere Teil ihres Schadens blieb.

Das Gericht sah eine Revision als nicht gegeben.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.