Fahranfänger gehören seit jeher zu dem Kundenkreis, der besonders viel für die Kfz-Versicherung bezahlen muss. Als Risikogruppe starten sie in der Regel bei weit über 100 Prozent des Grundpreises. Allerdings bieten viele Assekuranzen das eine oder andere Hintertürchen, um auch als Führerscheinneuling ein paar Prozentpunkte zu sparen. Der einfachste Weg ist und bleibt aber der Kfz-Versicherungsvergleich. Schon seit Jahren ergeben die Untersuchungen der Stiftung Warentest und anderer Experten ein enormes Sparpotenzial für die junge Kundschaft.

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Rabattübertragung

Der „Stern“ hat zusätzlich Tipps erarbeitet, wie Fahranfänger eine allzu hohe Prämie umgehen können. Der Führerschein sollte so früh wie möglich (evtl. mit 17) gemacht werden, auch wenn noch kein eigenes Auto auf dem Plan steht. Für die Versicherung ist später ausschlaggebend, wie lange man bereits im Besitz der Fahrlizenz ist, um nicht mehr als blutiger Anfänger zu gelten. In der Regel reichen bereits drei Jahre, um besser eingestuft zu werden. Wer mit dem ersten Wagen nicht warten möchte, kann sich möglicherweise Prozente von Verwandten übertragen lassen. Nachteil: Die Person, die die Prozente überträgt, verliert ihrerseits den Schadenfreiheitsrabatt. Zudem erfolgt der Übertrag ausschließlich auf Basis der eigenen schadenfreien Jahre. Für einen 18-Jährigen lohnt es sich also nicht wirklich.

Zweitwagen und Typklasse

Deutlich besser geeignet ist die Zweitwagenregelung. Das Auto wird als Zweitwagen auf den Namen von Vater oder Mutter angemeldet. Im günstigsten Fall gilt die gleiche Schadenfreiheitsklasse wie beim Erstfahrzeug. Wichtig ist nur, dass der Nachwuchs als Fahrer eingetragen wird. Der „Stern“ rät darüber hinaus, mit kleinen Maschinen anzufangen und möglichst einen günstigen Gebrauchten zu kaufen. Fahranfänger können sich bei älteren Modellen in der Regel die Voll- und/oder die Teilkaskoversicherung sparen. Sinnvoll ist darüber hinaus, nicht gleich mit einem Sportwagen zu beginnen, weil die Modelle üblicherweise eine entsprechend schlechte und damit teure Typklasse haben.

Sicher geht vor

Sparpotenzial ergibt sich darüber hinaus durch ein Fahrsicherheitstraining, den Führerschein mit 17 samt begleitetem Fahren und eine Familienversicherung. Statt jedes Fahrzeug bei einer anderen Gesellschaft zu versichern, werden die Verträge bei einer Assekuranz gebündelt. Damit ist – rein theoretisch und abhängig von den genauen Konditionen – ein Einstieg mit 100 Prozent möglich. Der wichtigste Tipp dürfte allerdings lauten: Sicher und unfallfrei fahren. Wer nur aufs Gas drückt und mehrere Unfälle verursacht, zahlt die Strafe in Form einer extrem schlechten Schadenfreiheitsklasse. Außen vor bleibt beim „Stern“ die neue Rabattstaffel, die Fahranfänger besser stellt. Ob sich dank der Neuordnung tatsächlich sparen lässt, muss sich aber erst noch zeigen.

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