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Kasko-Schutz nur mit benanntem Fahrer

Ein Kasko-Versicherer ist von seiner Leistung frei, wenn der Versicherte vorsätzlich gegen die Aufklärungspflicht verstößt und er sich weigert, den „Unfallfahrer“ seines Fahrzeugs zu benennen. Das gilt auch, wenn es sich dabei um eine Person aus der Familie handelt. So das LG Mönchengladbach mit Urteil vom 6. April 2017 (1 O 220/15).

Der Beklagte war nächtens mit seinem Pkw gegen ein Verkehrsschild auf einer Verkehrsinsel gekracht. War der am Schild entstandene Schaden mit knapp 300 Euro auch eher noch gering, hatte das Fahrzeug dann doch einen höheren Schaden; nämlich rund 17.500 Euro. Den machte der Fahrzeughalter bei seinem Vollkasko-Versicherer geltend. Er gab bei telefonischer Schadenmeldung an, er sei selbst gefahren und sei nicht alkoholisiert gewesen…

Der Versicherer regulierte sowohl den Haftpflicht- wie auch den Vollkaskoschaden. Erst später erfuhr er, dass der Fahrzeughalter einige Stunden nach dem Unfall in seinem Fahrzeug von der Polizei kontrolliert worden war und er 1,17 Promille hatte… In der Folge widerrief der Versicherer den Versicherungsschutz.

Versicherte „Familienkutsche“: Wer darf damit fahren…?

„Papa, kann der Sven uns mal in die Stadt fahren…?“ – Doch Achtung! – Höherer Beitrag, wenn’s kracht!

„Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse“, was eventuell bedeutet, dass sich Sohn oder Tochter dran wagen, das Familien-Fahrzeug nutzen zu wollen…

Das nun  macht nix, wenn der familiäre Fahrerkreis auch versichert ist, was stets auch die Prämie erhöht. Denn je mehr Personen ein bestimmtes Auto fahren wollen und sollen, desto höher wird der Beitrag.

Wird darüber hinaus ein Fahrzeug weiteren ‚Dritten‘ überlassen, ist zwar der Versicherungsschutz nicht gefährdet, doch hat der Versicherungsnehmer den Versicherungs-Vertrag verletzt, was eine Strafe zur Folge haben kann. Wer kurzfristig weitere Personen will fahren lassen, der möge sich um spezielle und erweiternde Kurzzeit-Versicherungen bieten.