Versicherte „Familienkutsche“: Wer darf damit fahren…?

„Papa, kann der Sven uns mal in die Stadt fahren…?“ – Doch Achtung! – Höherer Beitrag, wenn’s kracht!

„Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse“, was eventuell bedeutet, dass sich Sohn oder Tochter dran wagen, das Familien-Fahrzeug nutzen zu wollen…

Das nun macht nix, wenn der familiäre Fahrerkreis auch versichert ist, was stets auch die Prämie erhöht. Denn je mehr Personen ein bestimmtes Auto fahren wollen und sollen, desto höher wird der Beitrag.

Wird darüber hinaus ein Fahrzeug weiteren ‚Dritten‘ überlassen, ist zwar der Versicherungsschutz nicht gefährdet, doch hat der Versicherungsnehmer den Versicherungs-Vertrag verletzt, was eine Strafe zur Folge haben kann. Wer kurzfristig weitere Personen will fahren lassen, der möge sich um spezielle und erweiternde Kurzzeit-Versicherungen bieten.

 

Es ist folglich bedenklich, sein Auto einfach zu verleihen, weil für die meisten Verträge der Fahrerkreis eingeschränkt ist bzw. wurde.

Denn je nach Vertragsinhalt sind ein oder zwei Fahrer versichert, während weitere Nutzer namentlich zu nennen sind. Fahren nur Ehe-oder Lebenspartner, ist die Prämie dann eigentlich „fix“, wird jedoch der Fahrerkreis erweitert, kann die Prämie schon mal um 80 Prozent steigen, wie das „Finanztest“ publizierte.

Benennt man den „worst case“, dass der Freund der Tochter fuhr und es zu einem Unfall kam, dann ist die Sachlage verschieden. „Finanztest“ hat dazu in Heft 4/2018 elf Autoversicherer befragt.

Ergebnis: bei Haftpflicht und Kasko bleibt im Normalfall beides gedeckt, doch wird es auf den Schadensfall wohl teuer werden.

Denn Versicherer werden den Beitrag rückwirkend neu berechnen, und das mit dem „neuen“ Fahrer.

Eine Vertragsstrafe ist denkbar, abhängig vom Einzelfall, die bis zu einer Jahresprämie hoch sein kann…

Ist doch anzunehmen, dass der Versicherte den Fahrerkreis begrenz angab, um Prämie zu sparen.

Eine Vertragsstrafe kommt drauf bei Allianz, Axa, Axa Easy, Europa, EuropaGo, HDI, R+V24 sowie Friday.

Drei von elf Versicherern vermeiden eine Vertragsstrafe, forderten jedoch rückwirkend den korrigierten Beitrag: Baden Badener, DA Deutsche Allgemeine sowie HUK24.

Liegt ein Notfall vor, wie Übelkeit des Hauptfahrers, droht keine Vertragsstrafe, wenn der nicht benannte Beifahrer nach Hause fährt und eventuell dabei was passiert, so der ADAC in „Finanztest“.

Günstig ist, wenn ein „Zusatzfahrer“ kostenfrei für eine bestimmte Zeit im Jahr erlaubt ist, was auch tageweise gelten kann Seht dazu nix im Vertrag, sollte man anfragen und schriftlich bestätigen lassen.

Geht’s nur mal um 24 Stunden, kostet ein „Zusatzschutz“ zwischen 1,72 Euro und 6,99 Euro.

Und es geht auch mit ‘ner App.

Kurzzeit-Versicherungen bietet appsichern.de in Kooperation mit „Die Bayerische“, wobei ein Drittfahrerschutz per App abgeschlossen und mit Paypal bezahlt werden kann. Hier sei die Höchst-Entschädigung für Regress und Prämiennachzahlungen auf 5.000 Euro begrenzt

Fahrer unter 20 Jahren können diese Besonderheit nicht nutzen, und bei grob fahrlässigem Verhalten greift der Schutz auch nicht.

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