Wer kommt für Schlaglochschäden auf?

Schnee und Eis haben erst für Rutschpartien und viele Unfälle gesorgt. Jetzt kommen mit den Schlaglöchern die Nachwehen der kalten Jahreszeit. Vielerorts hat der Frost mehr oder weniger tiefe Löcher in die Straßenbeläge gefressen. Sie zu stopfen, ist Pflicht der Kommunen und Länder. Wenn es allerdings kracht, weil man mit dem Auto einen der Krater erwischt hat, lässt sich die Zuständigkeit nicht ganz so leicht klären. In den meisten Fällen muss der Halter selbst in die Tasche greifen oder aber seine Vollkaskoversicherung in Anspruch nehmen.

Denn die Schuld auf die zuständige Behörde oder Gemeinde abzuwälzen, stellt sich als schwieriges Unterfangen heraus. Auf der einen Seite besteht zwar die sogenannte Verkehrssicherungspflicht. Sprich: Die Straßen müssen in einem befahrbaren Zustand sein oder es muss auf die möglichen Gefahren hingewiesen werden. Auf der anderen Seite sind Autofahrer gehalten, das Tempo entsprechend der Straßenverhältnisse zu drosseln. Mit Vollgas in ein Schlagloch zu brettern, ist also keine gute Idee.

Wer das Pech hat und eines der Löcher erwischt, dem rät der Automobilclub von Deutschland (AvD), Fotos vom Fahrzeug und dem Straßenzustand zu machen. Zudem sollte man die Polizei informieren und sich die Namen und Adressen von Zeugen notieren. „Das ist wichtig, um später nicht ohne Beweismittel dazustehen“, so der AvD. Diese Dokumente könnten dann samt eines Kostenvoranschlags bei der Kommune oder dem Landkreis vorgelegt werden.

Die meisten dieser Fälle landen dann vor Gericht. Wie das Urteil ausfällt, richtet sich einzig und alleine nach den jeweiligen Umständen. Das Landgericht Zwickau verurteilte zum Beispiel die Stadt zur Zahlung des Schadens, sprach aber auch dem Autofahrer eine Mitschuld zu, weil er zu schnell unterwegs war. Der Mann musste 30 Prozent der Reparaturkosten selbst tragen. Wenn in der Kfz-Versicherung ein Vollkaskoschutz vereinbart ist, kann man sich nach einem Schlaglochunfall auch an die Assekuranz wenden. Dann droht im nächsten Jahr allerdings eine höhere Prämie.

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